Kategorie-Archiv: Ovi im Einsatz

Versäubern mit dem 3-Faden Overlockstich

3-Faden Overlock NahtEs soll Leute geben, die ihre Overlock Nähmaschine* nur zum Versäubern der Stoffkanten nutzen. Verstehe ich nicht. Allerdings würde ich Leute, die sie nicht zum Versäubern benutzen, noch viel weniger verstehen. Schneller und sauberer geht es einfach nicht.

In Abgrenzung zum 4-Faden Overlockstich haben wir hier – Überraschung – nur drei Fäden. Das liegt daran, dass wir nichts zusammennähen. Alles dreht sich um die beiden Greiferfäden, die die Kante umschließen und sauber halten. Wir brauchen nur einen Nadelfaden, der die Greiferfäden festhält. Vor dem Versäubern schnappt sich das Schneiderlein tapfer den kleinen mitgelieferten Schraubendreher und entfernt eine Nadel. Da baumelt sie dann an ihrem Faden, den ich vorher vergessen habe, durchzuschneiden. Egal, das geht jetzt auch noch.

Nur welche Nadel sollte man entfernen, die linke oder die rechte? Ganz einfach: Für eine breitere Versäuberung entfernen Sie die rechte Nadel, für eine schmalere die linke. Keine Angst, wenn man seine Overlock Nähmaschine vor sich hat, ist das völlig klar. Sehen Sie sich einfach mein Video dazu an. Grundsätzlich bietet es sich an, bei dickeren Stoffen breiter zu versäubern. Da ich kein Prinzipienmensch bin, mache ich das nach Lust und Laune.

Übrigens: Jersey-Stoffe brauchen eigentlich keine Versäuberung, weil sie nicht ausfransen. Da ich (noch) keine Coverlock Nähmaschine habe (erkläre ich irgendwann einmal) und die Overlock Nähmaschine den Standardsaum nicht kann, säume ich Jersey-Shirts mit der Zwillingsnadel meiner Nähmaschine. Ruckzuck habe ich dabei wieder das leidige Wellenproblem. Eine versäuberte Kante kann sie besser verarbeiten, bilde ich mir zumindest ein.

Zusammenfassend kann ich sagen: Versäubern – nicht ohne meine Ovi*!

Die 4-Faden Overlock-Naht

Overlock Nähmaschine 4-Faden-NahtWelche Sticharten beherrscht die Overlock Nähmaschine* und was können Sie damit machen? Der Basisstich der meisten Modelle ist der 4-Faden Overlockstich, manchmal auch Überwendlingsstich genannt. Wie beim T-Shirt-Beispiel links im Bild schneidet, näht und versäubert man damit Stoffkanten in einem einzigen Schritt. Ansehen könnt Sie sich das auch in meinem Video dazu.

Die Nahtzugabe trifft zuerst aufs Messer und wird sauber zurückgeschnitten. Hier liegt ein großer Vorteil und ein großes Risiko der Overlock Nähmaschine. Es wird sofort eine perfekt saubere Kante, aber etwas rückgängig zu machen, wird schwierig. Das Motto ‚Erst denken, dann nähen‘ kann ich unbedingt empfehlen.

Sie müssen den Stoff so anlegen, dass die Nahtlinie an der linken Nadel ausgerichtet ist. Die linke Nadel ist für die eigentliche Naht zuständig, während die rechte Nadel parallel eine Sicherheitsnaht näht. Ober- und Untergreifer legen ihre Fäden dabei elegant um die Nadelfäden und versäubern so die frisch geschnittene Kante. Für das Foto habe ich einen sehr dehnbaren Jersey gewählt, den ich mit dem Differentialtransport meiner Overlock-Nähmaschine gut bewältigen kann. Durch das dunklere Garn fällt die Naht auf dem Foto oben ganz gut auf. Auf der rechten Stoffseite sieht das natürlich niemand.

Meine Nahtzugaben sind meistens nur 1 cm breit. Sie werden ja ohnehin zurückgeschnitten – und zwar auf 7mm, die Stichbreite der 4-Faden-Naht meiner W6 Overlock Nähmaschine N 454D*. Wenn ich sauber arbeite, habe ich 3mm Schnippelmüll. Ein T-Shirt ist ein gutes Beispiel, denn das war mein eigentlicher Grund, mir die Overlock Nähmaschine mit Differentialtransport zu kaufen. Ich benutze den Stich für Schulter- und Seitennähnte, beim Ärmeleinsatz, für T-Shirt-Kragen, für Loops, für fast alles, was zusammengenäht werden will.

Ich benutze diesen Stich und die ganze Maschine nicht für normale Säume und erst recht nicht zum Aufsetzen von Taschen oder Applikationen. Die Overlock Nähmaschine schneidet die Kanten und wo keine Kante ist, schneidet sie eben etwas anderes. Auch wenn sich das Messer wie bei meiner W6 N 454D* wegklappen lässt, sind das einfach keine Tätigkeiten für die Spezialistin. Dazu greift bitte auf die normale Nähmaschine, die Generalistin, zurück.